Fernbusbahnhof im Berliner Osten

Am 15. März hatten die Julis LiMaH, bei ihrem monatlichen Bezirkstreff, den Leiter der Standortplanung der Firma Flixbus, Tim Raven, zu Besuch. Im Restaurant Sytraki, in Marzahn, berichtete er über die Pläne zum Bau eines Fernbusbahnhofes im Berliner Osten. Dieser solle den Zentralen Omnibusbahnhof, der durch die Liberalisierung des Fernbusverkehrs 2013 viel zu klein geworden ist, ergänzen und den Fernbus auch für die Menschen im Berliner Osten attraktiver machen. Derzeit braucht man bis zu einer Stunde mit der S-Bahn um zum ZOB in Charlottenburg zu kommen, dies schreckt viele potentielle Kunden ab. Und das obwohl der Fernbus im Vergleich zu allen anderen Verkehrsmitteln am günstigsten und noch dazu am umweltfreundlichsten ist. Auf einigen Strecken ist man außerdem schneller als mit der Bahn.
Als mögliche Standorte nannte er die S-Bahnhöfe Ostkreuz und Lichtenberg, präferierte aber den Standort am Ostkreuz. Hier sei die Verkehrsanbindung optimal und der Busbahnhof könnte binnen weniger Jahre entstehen. Der Standort Lichtenberg sei dagegen eher als langfristiges Projekt zu sehen, da zunächst der 17. Bauabschnitt der A100 realisiert werden müsse, um einen guten Zugang zur Autobahn zu gewährleisten. Es nutzt schließlich nichts, wenn die Fahrgäste sich den Weg mit der S-Bahn sparen, dann aber genau so lange mit dem Flixbus durch die Stadt fahren müssen, um zur Autobahn zu gelangen. Dafür fehlt es, aus seiner Sicht, jedoch momentan am politischen Willen des Berliner Senats. Konkrete Pläne zum Bahnhofsgebäude gibt es zwar noch nicht, so Raven weiter, er stellt sich jedoch keinen reinen Bahnhof, sondern einen Gebäudekomplex mit einem Hotel, einer Schule, gastronomischen Angeboten, einem Parkhaus, Büroräumen oder einem Einkaufszentrum nach dem Vorbild Münchens vor. Dazu soll möglichst ein privater Sponsor gefunden werden, auch um die Bauzeit möglichst kurz zu halten. Die Erfahrung hat schließlich gezeigt, dass die Politik in Berlin als Bauherr weder Zeit- noch Kostenrahmen einhalten kann.
Gleichzeitig schilderte Raven auch die erheblichen bürokratischen Aufwände, mit der Fernbusanbieter zu kämpfen haben. So braucht man für jede Buslinie eine extra Genehmigung des örtlichen Landratsamts. Diese muss zwingendermaßen auf rotem Papier gedruckt und im Original bei jeder Fahrt mitgeführt werden. Das führt zu der teils absurden Situation, dass die Genehmigung verweigert wird, weil dem Amt das rote Papier ausgegangen ist. Außerdem muss die Genehmigung jeweils beim zuständigen Amt persönlich abgeholt werden, was enorme Kosten verursacht. Raven regt daher an, im Sinne des Effizienzgewinns, die Genehmigungen künftig digital zu erstellen und damit Behörden und Unternehmen zu entlasten.